Archiv für den Monat: April 2015

Einladung zur öffentlichen Versammlung am 28.04.2015

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
am 28.04. um 18:30 findet im Ladenprojekt Zwei|Eck in der Zweinaundorfer Str. 22 unsere nächste öffentliche Versammlung statt. Schwerpunkte werden voraussichtlich sein: der Parkbogen Ost, Neuigkeiten um das Karl-Krause-Gelände und das Thema Vereinsgründung (Änderungen vorbehalten).

Das Ankündigungsplakat kann auch hier als pdf (ca. 16MB) heruntergeladen werden. Wir würden uns freuen, wenn Ihr diese Einladung über Eure Kanäle verbreitet und vielleicht das Plakat an passenden Stellen (Pinnwand im Wohnhaus?) aushängt.

plakat ac

Wir freuen uns auf rege Beteiligung.

Link zur Facebook-Veranstaltung

Quartiersmanagement Ost verweigert der BürgerInnen-Initiative Anger-Crottendorf Unterstützung

Einen Förderantrag zur Unterstützung der Bürgerinitiative bezüglich der Kostenübernahme von Öffentlichkeitsarbeit hat der Vergabeausschuss des „Verfügungsfonds Leipziger Osten“ am Mittwoch, dem 15.April abgelehnt.

Als Grund der Ablehnung wurde angegeben, dass unsere Initiative sich nur „gegen“ Dinge einsetze. Unsere Forderung, die Karl-Krause-Fabrik, entsprechend des Bebauungsplans, mit Mischnutzung zu „verwerten“ und das restliche Fabrikgelände im Rahmen des Parkbogens Ost als wichtiges Teilprojekt zu einer öffentlich zugänglichen Anlage zu machen, halten wir hingegen für konstruktiv und können die Entscheidung des Ausschusses, Mittel für öffentliche Versammlungen und Zusammenarbeit im Stadtteil zu verweigern, nicht nachvollziehen.

Offensichtlich haben wir einen wunden Punkt erwischt und die Leipziger Stadtverwaltung zeigt sich uneinig und zerstritten: Während uns auf eine schriftliche Anfrage bei der Stadt mitgeteilt wurde, beim Gelände hinter der Karl-Krause-Fabrik handele es sich um Wald, meint die Leiterin der Abteilung Stadterneuerung Ost, es handele sich um Bauland. Während diejenigen in der Stadtverwaltung, die direkt an der Planung des Parkbogen Ost arbeiten, für dieses Gelände einen Kletterwald vorschlagen, heißt es von anderer Seite bei der Stadt, über die Nutzung des Geländes verfüge allein der Eigentümer.

Es ist eine Farce: Im Rahmen der Bürgerwerkstatt Parkbogen Ost am 14. April (wir berichteten) wurden der Parkbogen zum „zivilgesellschaftlichen Projekt“ erklärt und alle Anwesenden aufgefordert, sich aktiv einzubringen. Und schon am Folgetag beschloss ein Gremium, dem auch Veranstalter und Teilnehmer der Bürgerwerkstatt angehören, unsere Initiative nicht zu fördern. Dabei ist einer unser derzeitiger Schwerpunkt, die Realisierung des Parkbogens in Anger-Crottendorf mit Leben zu erfüllen.

Die Aufforderung an uns BürgerInnen, sich demokratisch einzumischen, wird somit zur Phrase, der auf der Bürgerwerkstatt beschworene „zivilgesellschaftliche Roman Parkbogen“ zur reinen Fiktion. Entscheidend dabei ist freilich nicht die Ablehnung als solche, sondern die Begründung, „dass es zu sehr nur um die Verhinderung von Vorhaben geht, die aus rechtlicher Perspektive nach unserer Kenntnis nicht verhindert werden können.“

Wir wollen ermöglichen, nicht verhindern. Und allen in der Stadtverwaltung, die die Botschaft der Bürgerwerkstatt Parkbogen Ost kreativ ausgestalten wollen, sind wir gerne PartnerInnen. Ein Dialog mit den PredigerInnen der Alternativlosigkeit hingegen bringt Anger-Crottendorf nicht weiter.

Wir haben soeben die Information erhalten, dass im Auftrag des Projekts Citytunnel der Anger-Crottendorfer Aufgang zum Viadukt gerade mit Büschen bepflanzt wird.

Das finden wir natürlich komisch, da das Amt für Stadtplanung im Rahmen des Parkbogen Ost-Projekts das Viadukt bereits als beliebte Wanderstrecke gelobt hat.

Anger-Crottendorf im Ortsteilkatalog 2014

Am Donnerstag den 16. April ist der Ortsteilkatalog 2014 der Stadt Leipzig erschienen. Wir wollen einen kurzen Abriss über die interessanteren Zahlen aus Anger-Crottendorf geben. Der entsprechende Auszug ist auch zum Download verfügbar (Quelle: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen): Ortsteilkatalog 2014 (Auszug)
Hierbei ziehen wir Vergleiche zum Ortsteilkatalog 2012.

Die erste Statistik zeigt „Ausgewählte Indikatoren im Vergleich“, eine Abweichung in Prozentpunkten (Durchschnittsalter in Jahren, Haushaltsgröße in Personen/Haushalt) vom Leipzig-Mittel:

Bildschirmfoto von »2015-04-17 14:37:49«Hier sehen wir einen großen Anteil von Studierenden mit 8,1% mehr als im Stadtmittel. 2012 waren das noch +0,6%.
Die Jugendquote ist leicht gesunken (’12: +1,1%). Alle anderen Indikatoren sind nahezu gleich.

Diese Entwicklung, zuziehende junge StudentInnen kann man auch an anderen Statistiken gut sehen. Hier der „Lebensbaum“ mit Stand 31.12.2011 und 31.12.2013 (rote Linie ist Leipzig-Mittel). Die Entwicklung selbst ist hier nicht deutlich aber die „Ausschläge“ im Bereich der 20-32 Jährigen haben in den zwei Jahren an „Fleisch“ gewonnen:

Auch wenn Anger-Crottendorf wächst, haben wir noch nicht den Bevölkerungsstand von 1991 erreicht – auch wenn gesamt-Leipzig das schon geschafft hat.

Bildschirmfoto von »2015-04-17 16:39:16«

Bildschirmfoto von »2015-04-17 16:41:32«Untersetzt werden die ersten Statistiken durch die Zahlen zur Bevölkerungsbewegung. Die Geburts- und Sterbefälle haben sich kaum geändert (2010: 126/70, 2011: 126/71), jedoch sehen wir beim Wanderungssaldo eine massive Änderung. Den 160/219 Zuzügen stehen aus 2010 3 Zuzüge entgegen (2011: 114). Hier ist ein stets steigender Zuzug zu erkennen der am Anfang eher von Außerhalb, jetzt auch aus Leipzig selbst gedeckt wird.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: die StudentInnen zieht es in den Anger.

An den Zahlen für den Arbeitsmarkt hat sich nicht allzu viel getan und da gibt es auch keine weiteren interessanten Zahlen. Ähnliches gilt für das Handwerk und die ansässigen Unternehmen. Dort sind keine signifikanten Änderungen zu erkennen.

Was den Verkehr anbelangt, hat sich die Zahl der Fahrzeuge pro 1.000 Einwohner (295) kaum geändert, durch die Zuzug macht das jedoch nun 3.350 Fahrzeuge zu 3.070 Fahrzeugen in 2011.

Bildschirmfoto von »2015-04-17 17:05:16«Die Zahl der Straftaten hat von 90 pro 1000 (2011) auf 111 pro 1000 (2013) zugenommen. Dabei handelt es sich aber anteilig immer mehr um Diebstahl und Einbrüche und anteilig weniger um „Rohheitsdelikte“ (Rückgang von ca. 13% auf etwa 11%).

Der Wohnungsbestand selbst hat in den letzten 4 Jahren insofern zugenommen, dass 11 zusätzliche Gebäude mit Wohnungen (von 787 zu 798) gezählt worden sind. Der Gesamtwohnungsbestand änderte sich damit von 6.717 auf 6.961.

Bildschirmfoto von »2015-04-17 17:15:14«In Der Wohnviertelentwicklung zeigt sich, dass viele die Entwicklung Anger-Crottendorfs als negativ einschätzen. Der Block „war attraktiv, ist jetzt aber nicht mehr attraktiv“ ist von 5% auf 14% gewachsen. Der tiefgrüne „hat sich verbessert“-Spalt ist von 7% auf 0 geschrumpft. Auch „war nicht attraktiv, hat sich aber verbessert“ war im letzten Ortsteilkatalog noch 17% groß. An dem nach-wie-vor-Block hat sich nichts getan.

Bildschirmfoto von »2015-04-17 17:20:56«Umziehen scheint für die Anger-Crottendorfer immer beliebter (Umzugsabsicht 39% in 2011) oder notwendiger (33% Mietbelastung in 2011).

 

Und mit dieser unkommentiert bleibenden Statistik zur allgemeinen Zufriedenheit wollen wir diese Analyse abschließen:

Bildschirmfoto von »2015-04-17 17:22:02«

„Seht ihr den Wald vor lauter Bäumen nicht?“

Durch die Hallen der alten Karl-Krause-Fabrik geistern Männer mit Krawatte und Bauplänen, auf dem Türmchen überm Dach sitzen bei gutem Wetter Jugendliche und schauen in den Wald. Ja – von der Stadt haben wir es nun schriftlich: Hinter der Karl-Krause-Fabrik, eingegrenzt von Zweinaundorfer Straße im Süden und ehemaliger S-Bahn-Trasse im Osten ist Wald entstanden.

Das heißt, da kann nicht so einfach gebaut werden. Bebauungspläne aus den 90er Jahren sahen für das Areal eine zum Teil fünfstöckige Bebauung vor, Wohnhäuser und Gewerbe. Wollen die Eigentümer nun bauen, müsste der Wald per Stadtratsbeschluss umgewidmet werden. Wir werden in den nächsten Tagen das Gespräch mit den EigentümerInnen suchen und uns ebenfalls kundig machen, wie so eine Umwidmung vonstatten geht. Aber immerhin: Da die neuen EigentümerInnen der Fabrik und des dahinter gelegenen Areals die Fläche als Waldfläche erworben haben, müssten sie nicht entschädigt werden, wenn die Stadt sich einer Bebauung widersetzt.

Im Westen des Waldgebiets haben Investoren bereits die Karl-Krause-Villa und umliegende Gebäude saniert. Aber offenbar haben sie nicht die Absicht, ihr Waldstück maßgeblich zu bebauen. Auch dort suchen wir das Gespräch.

„Asterix und die Trabantenstadt“ oder Teil des Konzepts „Parkbogen Ost“?

Die Umsetzung des Bebauungsplanes von 1995 wäre unserer Meinung nach falsch: Der „Karl-Krause-Wald“ liegt unmittelbar am Rand des Parkbogen Ost, gleich am Eingang des „Kleingartenparks Süd-Ost“. Der Wald müsste an dieser stadtplanerisch und ökologisch wichtigen Stelle genutzt werden: Vielleicht ein Teil als Kletterwald, ein Teil als Biotop, ein Teil für Stadtgärten… ein Teil des Fabrikgebäudes sollte mit Gastronomie, Fahrradwerkstätten und ähnlichem auch der Lage entsprechend genutzt werden. Und: Steigt die EinwohnerInnendichte, dann auch der Bedarf an Infrastruktur, an Kindergärten, Geschäften, anderem mehr: Warum etwa gibt es in Anger-Crottendorf mit seinen 10.000 Einwohnern kein Ärztehaus (Poliklinik, MVZ…)?

Wir bleiben dran und in wenigen Wochen werden wir zu einer zweiten öffentlichen Informationsveranstaltung bezüglich der Entwicklung des Parkbogen Ost und der Karl-Krause-Fabrik in Anger-Crottendorf einladen. Die erste Veranstaltung im März war gut besucht und brachte viele Menschen und Ideen zusammen. Natürlich ging es dabei nicht nur um die Karl-Krause-Fabrik: Der Mangel an Angeboten für Kinder, Parkplatzprobleme und Probleme mit zugeparkten Gehwegen sowie die Verschmutzung des Viertels durch Hundekot sind ebenfalls Themen, mit denen wir uns beschäftigen. Allerdings drängt das Thema Karl-Krause-Fabrik gerade am meisten.

Reudnitz hat den Lene-Voigt-Park, der ja für Viele auch eine Art extraterritorialer Dorfplatz von Anger-Crottendorf geworden ist: Wir in Anger-Crottendorf haben neben dem zweitgrößten Friedhof der Stadt und drei Parks jetzt auch noch einen Wald! Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir ihn nutzen und gestalten wollen, ehe die Bulldozer kommen.

Erste Bürgerwerkstatt zum Parkbogen Ost

Am 14. April fand im Berufsschulzentrum am Rabet eine erste Bürgerwerkstatt zum Parkbogen Ost statt. (Flyer: Bürgerwerkstatt Parkbogen Ost 14.04.2015 Einladungskarte)

Der Fokus der Organisatoren (Amt für Stadtplanung und UrbanPlan GmbH) lag besonders beim nördlichen Teil des Parkbogens zwischen Mariannenstraße und der sich im Rückbau befindlichen Bahntrassen nach Osten. Dieses Gebiet könnte, so die mögliche Planung, zu einem Areal ausgebaut werden, mit dem man sich für die Bundesgartenschau (2025 oder 2027) bewerben könnte. Dies würde auch Fördermittel nach Leipzig und in das Projekt bringen, die für den Ausbau des Parkbogen Osts benötigt werden.

2015-04-14 18.00.30Trotzdem konnten wir in drei der fünf Arbeitsgruppen Akzente für Anger-Crottendorf setzen. Hierbei haben wir Unterstützungsangebote bei einem etwaigen Dialog mit den Besitzern und Investoren der Karl-Krause-Fabrik erhalten. Das Problem Karl-Krause ist den Planern des Parkbogens bekannt. In der vorab-Planung existierte die Idee, im östlichen Bereich des Karl-Krause-Geländes einen Kletterpark einzurichten. Wir haben den Wunsch der Initiative unterbreitet, das gesamte Gebiet zu entwickeln und ein Parkareal in diesem Bereich zu planen bzw. eine öffentliche Nutzung des gesamten Areals in die Planung aufzunehmen. Dazu brachten wir möglichen gastronomische Angebote und eine mögliche Fahrradwerkstatt für das Areal oder das Gelände der alten Feuerwache ins Spiel. Von Seiten der Planer wurde die Möglichkeit eines Wochenmarktes (oder am Anfang mit niedrigerer Frequenz) auf der Fläche vor der alten Feuerwache angesprochen.

Für die Südkurve des Parkbogens (Mierendorffstraße ~53) gab es den Vorschlag eines Wasserspielplatzes.

In Bezug auf die Kleingartenanlagen ist eine Anbindung möglichst vieler Anlagen gewünscht. Dabei soll besonders den Vereinshäusern der Kleingartenanlagen die Möglichkeit gegeben werden, sich zu Ausflugsgaststätten zu entwickeln.

Es gab einige weitere Vorschläge zur Entwicklung der Anlagen entlang der Trasse, wie die Einrichtung von Weingärten, eines Bienenlehrpfades und anderer pädagogischer Angebote (einige Anlagen haben bereits Parzellen mit Gehegen für exotische Vögel) in leerstehenden Parzellen.

Ein weiterer Punkt war die Renaturierung der Rietzschkenaue, wo ein landschaftlich interessanteres Flutbecken um die verlängerte Bernhardstraße eingerichtet werden könnte.

Für der Planung für das Viadukt hat sich wenig geändert. Es ist weiterhin ein gemischter Fuß/Radweg geplant (Pflaster und Asphalt). Fragen der genauen Aufteilung an den einzelnen Teilabschnitten sowie Fragen der Beleuchtung und der genauen Zugänge zum Parkbogen konnten noch nicht konkretisiert werden, sollen dann aber, wenn es so weit ist, unter Bürgerbeteiligung geklärt werden.

Insgesamt ist es geplant, die ersten Vorhaben (und den „Masterplan“) noch in diesem Jahr in Stadtratsanträge zu gießen (welche Teilstücke und in welcher Genauigkeit das konkret sein wird, wurde nicht gesagt), damit die ersten Bauvorhaben im Frühjahr 2016 gestartet werden können. Dabei ist vor Allem die Frage der Partner und Geldgeber noch nicht geklärt. Es soll viele kleinere Projekte geben, die aus einzelnen Töpfen und mit verschiedensten Partnern umgesetzt werden können.

Was uns besonders erfreut hat war, dass das Problem des Karl-Krause-Geländes den Planern bekannt ist und dass sie sich selbst dafür einsetzen, dass der Bebauungsplan, der die Bebauung des gesamten Areals vorsieht (und nunmehr 20 Jahre alt ist) unbedingt geändert werden muss.

2015-04-14 17.59.13

Die nächste Bürgerwerkstatt zum Parkbogen Ost wird am 11.06. stattfinden.