Landtagsabgeordneter ignoriert bürgerschaftliches Engagement

Anger-Crottendorf ist bisher als Stadtteil nur selten aufgefallen. Es gibt wenige Einkaufsmöglichkeiten, dafür aber ein paar Grünflächen und verträumte Wohngebiete, in denen man kleinstädtisches Flair in der Hektik der Großstadt erleben kann.
Doch in letzter Zeit scheint das Gebiet zwischen Reudnitz und Stötteritz besondere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, da dort eine große Fläche in städtischer Trägerschaft demnächst auf ein Konzept zur weiteren Nutzung wartet. Die Feuerwache in der Theodor-Neubauer-Straße wird innerhalb der nächsten Monate ihren Standort verlassen und dort Platz machen für Neues.

Um das Neue mit Leben zu füllen, beschäftigen sich seit 2015 viele Bürgerinnen und Bürger Anger-Crottendorfs mit der Vision eines Stadtteilzentrums mit Geschäften, Cafès, Werkstätten und Begegnungsstätten für Jung und Alt, das auf dem Gebiet der alten Feuerwache entstehen soll. Mit Unterstützung des Amts für Stadterneuerung und Städtebauförderung und großer bürgerschaftlicher Aufmerksamkeit haben die Beteiligten der „Interessengemeinschaft Ostwache“ handfeste Pläne, wie es dort weitergehen kann. Diese Vorstellungen sind in der Zwischenzeit so offiziell, dass sich das Projekt zum bundesweiten Tag der Städtebauförderung am 13.05.2017 vorstellen wird.

Umso erstaunlicher ist es, dass in den letzten Tagen die Anger-Crottendorfer einen Flyer des CDU-Landtagsabgeordneten Ronald Pohle  in ihrem Briefkasten fanden, der von all dem nichts wissen will und feststellt, dass sich bisher „nichts“ in dem Stadtteil getan hat und schlägt daher die Errichtung einer Schwimmhalle zur Weiternutzung vor.

Der Bürgerverein Anger-Crottendorf freut sich einerseits über das Interesse des Landtagsabgeordneten an der Stadtteilpolitik, beklagt aber die völlige Ignoranz des bisher gelaufenen Engagements der Bürger. „Es kann nicht sein, dass ein Landtagsabgeordneter, der nicht im Stadtrat sitzt und über die Weiternutzung mit abstimmt, sich  hier als Heilsbringer profiliert und die vielen Ideen gar nicht zur Kenntnis nimmt, die es schon gibt“, verweist Ulrike Gebhardt, Vorsitzende des Bürgervereins, auf die Flyer-Aktion.  „Eine Schwimmhalle würde sicherlich den Stadtteil aufwerten, aber Bürgerbefragungen haben auch ganz andere Interessenlagen aufgedeckt, nur scheint Herr Pohle diese gar nicht zu kennen. Volksvertretung sieht anders aus“, so Gebahrdt weiter.

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