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Gründungsversammlung des Bürgervereins

Am Mittwoch den 24.06. fand das vorletzte Treffen der Bürgerinitiative Anger-Crottendorf statt. Die letzte Versammlung der Bürgerinitiative und gleichzeitig die Gründungsversammlung des Bürgervereins Anger-Crottendorf findet am 8. Juli 18:30 im zwei|eck statt.

Am 8. Juli werden wir die Satzungsdiskussion abschließen und die Vereinsgründung durchführen. Alle, die gern GründerInnen sein möchten, sind ganz herzlich eingeladen, ihre Unterschrift unter das Satzungsdokument zu setzen. Die Gründung wird für 20:00 angestrebt.

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Nächste öffentliche Versammlung am 24.06.2015

Die nächste öffentliche Versammlung der Bürgerinitiative findet am 24.06.2015 im Ladenprojekt zwei|eck statt.

Geplante Themen sind bisher:

  • Stand Karl Krause
  • Parkbogen Ost
  • Weiteres Vorgehen und weitere Themen der BI
  • Satzungsdiskussion

https://www.facebook.com/events/718287581610461/

Planwirtschaft in Anger-Crottendorf?

„Ja mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht; dann machste noch nen zweiten Plan – gehn tun sie beide nicht…“ singen sie in Brecht/Weills Dreigroschenoper im Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens. Ein Hauch von Soho in Anger-Crottendorf? London in Leipzig?

In einem Stadtplan von Leipzig, den ich kürzlich für ungefähr drei Groschen erstand – „neu“ stand drauf – sind die im Crottendorfer B-Plan von 1994 ausgewiesenen Straßen mit Namen verzeichnet. Spannend fand ich das, und zugegebenermaßen waren sie farblich unterlegt als „B-Plan-Straßen“. Denn diese Straßen existieren ja nicht. Nur im Stadtplan. Und im B-Plan. „B-Plan hin oder her: So wie das Gelände heute aussieht, würde dort keine Baugenehmigung erteilt werden,“ hieß es kürzlich aus dem Rathaus. In der Tat sprechen die heutigen Planungsziele der Stadt bezüglich Stadtklima, Stadtgrün und konkret: Parkbogen Ost, eher gegen eine Bebauung des Waldes auf dem Gelände hinter der früheren Karl-Krause-Fabrik.

Es können nicht alle Pläne aufgehen. Alle Türen auch nicht: Die neuen InvestorInnen, die die alte Fabrik sanieren wollen und dort den Bau von 100 Wohnungen planen, haben alle (mehr oder minder barrierefreien) Zugänge vermauert. In den letzten offenen Zugang haben sie nun eine Eisentür eingebaut. Abschließbar. Immer öfter kommen sie ja in letzter Zeit mit InteressentInnen vorbei, die sich wohl ihre zukünftige Wohnung mal im Rohzustand anschauen wollen. Nur diese sollten offenbar noch Zutritt zum Gebäude erhalten. Wohl sehr zum Ärger derer, die dort seit langem gern ein- und ausgehen: Denn die alte Fabrik in Anger-Crottendorf ist für viele LeipzigerInnen aus dem ganzen Stadtgebiet, die an alter Industriearchitektur, am Sprayen, Fotografieren, Klettern und anderen Abenteuern interessiert sind, überaus beliebtes Ausflugsziel, geradezu eine Bühne der Schaulust! Und vielleicht weil eine andere Leipziger Bühne, das Schauspielhaus, seinen Spielplan für 2015/16 unter das Motto „warum dürfen die und wir nicht?“ gestellt hat, werden sich die Fans der alten Fabrik auch gedacht haben: Eine Tür? Und „die“ dürfen rein und „wir“ nicht?

Denn kaum war die Tür da, war deren Klinke deformiert und das Schlüsselloch zugespachtelt. Aber gleich daneben ist eine Leiter, improvisiert aus einem alten Fenster, die Zugang zum ersten Stock gewährt. Eine sportliche Herausforderung nicht nur für künftige KäuferInnen von Eigentumswohnungen. Vielleicht sogar ein Vorgeschmack auf den im Masterplan für den Parkbogen Ost an dieser Stelle vorgesehenen Kletterwald. Der Plan mit der Tür geht also auch nicht auf – weder für die, die sie eingebaut, noch für die, die sie ramponiert haben.

Stadtpläne, Bebauungspläne, Spielpläne, Masterpläne… kein Wunder, dass eine der geplanten Straßen „Weidenbachplan“ heißen soll (http://www.strassen-in-deutschland.de/238162145-weidenbachplan-in-leipzig.html), und das weiß natürlich auch mein neuer Stadtplan. „Weidenbach“ ist in diesem Zusammenhang kein Gewässername: Georg Weidenbach war Planer, Architekt. Er soll auch die unlängst sanierte Karl-Krause-Villa geplant und entworfen haben, sagen InsiderInnen. Wikipedia weiß, dass er unter anderem an der Russischen Gedächtniskirche, am Messehaus Handelshof und an der Reformierten Kirche in Leipzig federführend plante und wirkte.  Aber Wikipedia weiß noch mehr: „Die Stadt Leipzig ehrte ihn am 19. November 1998 mit der Benennung einer neu entstehenden Straße im Bebauungsgebiet Crottendorfer Plan im Stadtteil Anger-Crottendorf in Weidenbachplan, diese Straße wurde aber bis heute nicht gebaut.“ Was nun – „entstehen“ Straßen oder werden sie gebaut? Zumindest geplant?

Und da dachten manche wohl schon, die Planwirtschaft sei Geschichte…

 

 

Einladung zur öffentlichen Versammlung am 28.04.2015

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
am 28.04. um 18:30 findet im Ladenprojekt Zwei|Eck in der Zweinaundorfer Str. 22 unsere nächste öffentliche Versammlung statt. Schwerpunkte werden voraussichtlich sein: der Parkbogen Ost, Neuigkeiten um das Karl-Krause-Gelände und das Thema Vereinsgründung (Änderungen vorbehalten).

Das Ankündigungsplakat kann auch hier als pdf (ca. 16MB) heruntergeladen werden. Wir würden uns freuen, wenn Ihr diese Einladung über Eure Kanäle verbreitet und vielleicht das Plakat an passenden Stellen (Pinnwand im Wohnhaus?) aushängt.

plakat ac

Wir freuen uns auf rege Beteiligung.

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Quartiersmanagement Ost verweigert der BürgerInnen-Initiative Anger-Crottendorf Unterstützung

Einen Förderantrag zur Unterstützung der Bürgerinitiative bezüglich der Kostenübernahme von Öffentlichkeitsarbeit hat der Vergabeausschuss des „Verfügungsfonds Leipziger Osten“ am Mittwoch, dem 15.April abgelehnt.

Als Grund der Ablehnung wurde angegeben, dass unsere Initiative sich nur „gegen“ Dinge einsetze. Unsere Forderung, die Karl-Krause-Fabrik, entsprechend des Bebauungsplans, mit Mischnutzung zu „verwerten“ und das restliche Fabrikgelände im Rahmen des Parkbogens Ost als wichtiges Teilprojekt zu einer öffentlich zugänglichen Anlage zu machen, halten wir hingegen für konstruktiv und können die Entscheidung des Ausschusses, Mittel für öffentliche Versammlungen und Zusammenarbeit im Stadtteil zu verweigern, nicht nachvollziehen.

Offensichtlich haben wir einen wunden Punkt erwischt und die Leipziger Stadtverwaltung zeigt sich uneinig und zerstritten: Während uns auf eine schriftliche Anfrage bei der Stadt mitgeteilt wurde, beim Gelände hinter der Karl-Krause-Fabrik handele es sich um Wald, meint die Leiterin der Abteilung Stadterneuerung Ost, es handele sich um Bauland. Während diejenigen in der Stadtverwaltung, die direkt an der Planung des Parkbogen Ost arbeiten, für dieses Gelände einen Kletterwald vorschlagen, heißt es von anderer Seite bei der Stadt, über die Nutzung des Geländes verfüge allein der Eigentümer.

Es ist eine Farce: Im Rahmen der Bürgerwerkstatt Parkbogen Ost am 14. April (wir berichteten) wurden der Parkbogen zum „zivilgesellschaftlichen Projekt“ erklärt und alle Anwesenden aufgefordert, sich aktiv einzubringen. Und schon am Folgetag beschloss ein Gremium, dem auch Veranstalter und Teilnehmer der Bürgerwerkstatt angehören, unsere Initiative nicht zu fördern. Dabei ist einer unser derzeitiger Schwerpunkt, die Realisierung des Parkbogens in Anger-Crottendorf mit Leben zu erfüllen.

Die Aufforderung an uns BürgerInnen, sich demokratisch einzumischen, wird somit zur Phrase, der auf der Bürgerwerkstatt beschworene „zivilgesellschaftliche Roman Parkbogen“ zur reinen Fiktion. Entscheidend dabei ist freilich nicht die Ablehnung als solche, sondern die Begründung, „dass es zu sehr nur um die Verhinderung von Vorhaben geht, die aus rechtlicher Perspektive nach unserer Kenntnis nicht verhindert werden können.“

Wir wollen ermöglichen, nicht verhindern. Und allen in der Stadtverwaltung, die die Botschaft der Bürgerwerkstatt Parkbogen Ost kreativ ausgestalten wollen, sind wir gerne PartnerInnen. Ein Dialog mit den PredigerInnen der Alternativlosigkeit hingegen bringt Anger-Crottendorf nicht weiter.

Wir haben soeben die Information erhalten, dass im Auftrag des Projekts Citytunnel der Anger-Crottendorfer Aufgang zum Viadukt gerade mit Büschen bepflanzt wird.

Das finden wir natürlich komisch, da das Amt für Stadtplanung im Rahmen des Parkbogen Ost-Projekts das Viadukt bereits als beliebte Wanderstrecke gelobt hat.

„Seht ihr den Wald vor lauter Bäumen nicht?“

Durch die Hallen der alten Karl-Krause-Fabrik geistern Männer mit Krawatte und Bauplänen, auf dem Türmchen überm Dach sitzen bei gutem Wetter Jugendliche und schauen in den Wald. Ja – von der Stadt haben wir es nun schriftlich: Hinter der Karl-Krause-Fabrik, eingegrenzt von Zweinaundorfer Straße im Süden und ehemaliger S-Bahn-Trasse im Osten ist Wald entstanden.

Das heißt, da kann nicht so einfach gebaut werden. Bebauungspläne aus den 90er Jahren sahen für das Areal eine zum Teil fünfstöckige Bebauung vor, Wohnhäuser und Gewerbe. Wollen die Eigentümer nun bauen, müsste der Wald per Stadtratsbeschluss umgewidmet werden. Wir werden in den nächsten Tagen das Gespräch mit den EigentümerInnen suchen und uns ebenfalls kundig machen, wie so eine Umwidmung vonstatten geht. Aber immerhin: Da die neuen EigentümerInnen der Fabrik und des dahinter gelegenen Areals die Fläche als Waldfläche erworben haben, müssten sie nicht entschädigt werden, wenn die Stadt sich einer Bebauung widersetzt.

Im Westen des Waldgebiets haben Investoren bereits die Karl-Krause-Villa und umliegende Gebäude saniert. Aber offenbar haben sie nicht die Absicht, ihr Waldstück maßgeblich zu bebauen. Auch dort suchen wir das Gespräch.

„Asterix und die Trabantenstadt“ oder Teil des Konzepts „Parkbogen Ost“?

Die Umsetzung des Bebauungsplanes von 1995 wäre unserer Meinung nach falsch: Der „Karl-Krause-Wald“ liegt unmittelbar am Rand des Parkbogen Ost, gleich am Eingang des „Kleingartenparks Süd-Ost“. Der Wald müsste an dieser stadtplanerisch und ökologisch wichtigen Stelle genutzt werden: Vielleicht ein Teil als Kletterwald, ein Teil als Biotop, ein Teil für Stadtgärten… ein Teil des Fabrikgebäudes sollte mit Gastronomie, Fahrradwerkstätten und ähnlichem auch der Lage entsprechend genutzt werden. Und: Steigt die EinwohnerInnendichte, dann auch der Bedarf an Infrastruktur, an Kindergärten, Geschäften, anderem mehr: Warum etwa gibt es in Anger-Crottendorf mit seinen 10.000 Einwohnern kein Ärztehaus (Poliklinik, MVZ…)?

Wir bleiben dran und in wenigen Wochen werden wir zu einer zweiten öffentlichen Informationsveranstaltung bezüglich der Entwicklung des Parkbogen Ost und der Karl-Krause-Fabrik in Anger-Crottendorf einladen. Die erste Veranstaltung im März war gut besucht und brachte viele Menschen und Ideen zusammen. Natürlich ging es dabei nicht nur um die Karl-Krause-Fabrik: Der Mangel an Angeboten für Kinder, Parkplatzprobleme und Probleme mit zugeparkten Gehwegen sowie die Verschmutzung des Viertels durch Hundekot sind ebenfalls Themen, mit denen wir uns beschäftigen. Allerdings drängt das Thema Karl-Krause-Fabrik gerade am meisten.

Reudnitz hat den Lene-Voigt-Park, der ja für Viele auch eine Art extraterritorialer Dorfplatz von Anger-Crottendorf geworden ist: Wir in Anger-Crottendorf haben neben dem zweitgrößten Friedhof der Stadt und drei Parks jetzt auch noch einen Wald! Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir ihn nutzen und gestalten wollen, ehe die Bulldozer kommen.

Erste Bürgerwerkstatt zum Parkbogen Ost

Am 14. April fand im Berufsschulzentrum am Rabet eine erste Bürgerwerkstatt zum Parkbogen Ost statt. (Flyer: Bürgerwerkstatt Parkbogen Ost 14.04.2015 Einladungskarte)

Der Fokus der Organisatoren (Amt für Stadtplanung und UrbanPlan GmbH) lag besonders beim nördlichen Teil des Parkbogens zwischen Mariannenstraße und der sich im Rückbau befindlichen Bahntrassen nach Osten. Dieses Gebiet könnte, so die mögliche Planung, zu einem Areal ausgebaut werden, mit dem man sich für die Bundesgartenschau (2025 oder 2027) bewerben könnte. Dies würde auch Fördermittel nach Leipzig und in das Projekt bringen, die für den Ausbau des Parkbogen Osts benötigt werden.

2015-04-14 18.00.30Trotzdem konnten wir in drei der fünf Arbeitsgruppen Akzente für Anger-Crottendorf setzen. Hierbei haben wir Unterstützungsangebote bei einem etwaigen Dialog mit den Besitzern und Investoren der Karl-Krause-Fabrik erhalten. Das Problem Karl-Krause ist den Planern des Parkbogens bekannt. In der vorab-Planung existierte die Idee, im östlichen Bereich des Karl-Krause-Geländes einen Kletterpark einzurichten. Wir haben den Wunsch der Initiative unterbreitet, das gesamte Gebiet zu entwickeln und ein Parkareal in diesem Bereich zu planen bzw. eine öffentliche Nutzung des gesamten Areals in die Planung aufzunehmen. Dazu brachten wir möglichen gastronomische Angebote und eine mögliche Fahrradwerkstatt für das Areal oder das Gelände der alten Feuerwache ins Spiel. Von Seiten der Planer wurde die Möglichkeit eines Wochenmarktes (oder am Anfang mit niedrigerer Frequenz) auf der Fläche vor der alten Feuerwache angesprochen.

Für die Südkurve des Parkbogens (Mierendorffstraße ~53) gab es den Vorschlag eines Wasserspielplatzes.

In Bezug auf die Kleingartenanlagen ist eine Anbindung möglichst vieler Anlagen gewünscht. Dabei soll besonders den Vereinshäusern der Kleingartenanlagen die Möglichkeit gegeben werden, sich zu Ausflugsgaststätten zu entwickeln.

Es gab einige weitere Vorschläge zur Entwicklung der Anlagen entlang der Trasse, wie die Einrichtung von Weingärten, eines Bienenlehrpfades und anderer pädagogischer Angebote (einige Anlagen haben bereits Parzellen mit Gehegen für exotische Vögel) in leerstehenden Parzellen.

Ein weiterer Punkt war die Renaturierung der Rietzschkenaue, wo ein landschaftlich interessanteres Flutbecken um die verlängerte Bernhardstraße eingerichtet werden könnte.

Für der Planung für das Viadukt hat sich wenig geändert. Es ist weiterhin ein gemischter Fuß/Radweg geplant (Pflaster und Asphalt). Fragen der genauen Aufteilung an den einzelnen Teilabschnitten sowie Fragen der Beleuchtung und der genauen Zugänge zum Parkbogen konnten noch nicht konkretisiert werden, sollen dann aber, wenn es so weit ist, unter Bürgerbeteiligung geklärt werden.

Insgesamt ist es geplant, die ersten Vorhaben (und den „Masterplan“) noch in diesem Jahr in Stadtratsanträge zu gießen (welche Teilstücke und in welcher Genauigkeit das konkret sein wird, wurde nicht gesagt), damit die ersten Bauvorhaben im Frühjahr 2016 gestartet werden können. Dabei ist vor Allem die Frage der Partner und Geldgeber noch nicht geklärt. Es soll viele kleinere Projekte geben, die aus einzelnen Töpfen und mit verschiedensten Partnern umgesetzt werden können.

Was uns besonders erfreut hat war, dass das Problem des Karl-Krause-Geländes den Planern bekannt ist und dass sie sich selbst dafür einsetzen, dass der Bebauungsplan, der die Bebauung des gesamten Areals vorsieht (und nunmehr 20 Jahre alt ist) unbedingt geändert werden muss.

2015-04-14 17.59.13

Die nächste Bürgerwerkstatt zum Parkbogen Ost wird am 11.06. stattfinden.